Seelenfluegel

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Manchmal macht der Flügelschlag …

November 4, 2009 · Kommentar schreiben

… des Schmetterlings genau den Unterschied, der das Schicksal in die eine oder die andere Richtung lenkt…
 

Die Zeit heilt alle Wunden
Dass ich nicht lache

Beißend bleibt
der Schmerz
die Wut
die Qual

Und meine Seele wird erst ruhen
Wenn Rache sie zu Bette trägt

Schau dich also besser um
Wenn du durch die Straßen gehst
Denn ich will, dass du mein Gesicht siehst
In deinem letzten Augenblick

 ***

Die Zeit heilt alle Wunden
Besser als ich dachte

Verblasst sind Schmerz und Wut und Qual

Und meine Seele kann wieder ruhen
Vergebung streicht ihr übers Haupt

Ich sehe licht und klar
Wenn ich durch die Straßen geh
Denn ich spüre, dass es Freude ist
Die mich lebendig macht

Kategorien: Geschichten

Eine Weihnachtsgeschichte

Dezember 7, 2008 · 1 Kommentar


Die Nordmanntanne ist geschmückt, Plätzchen sind per Post gekommen, Glühwein steht in der Küche… Weihnachten bricht über uns herein!

 

Mein Beitrag: eine Weihnachtsgeschichte. Die Story selbst ist nicht von mir, ich kann mich allerdings nicht erinnern, wo ich sie gehört habe. Ist jedenfalls eine wunderbar schöne Liebesgeschichte. So schön, dass ich sie aufschreiben wollte.

 

Hier eine Leseprobe, im PDF die ganze Geschichte.

 

Später würde man sich an diesen Winter als einen der kältesten erinnern, den London jemals erlebt hatte. Der Schmutz aus unzähligen Schornsteinen legte sich als zäher Nebel über die Dächer und verdunkelte den Tag. Der Glanz der kurz bevorstehenden Weihnacht hatte es schwer, durch die rußige Schicht in die Herzen der Menschen zu gelangen. Die meisten waren in dieser Zeit froh, wenn es für eine warme Mahlzeit am Tag und genügend Holz für den Ofen reichte.

In einem kleinen Zimmer über einer Bäckerei lebten James und Mary. Die beiden kamen gerade aus mit dem, was sie verdienten, doch sie vermissten nichts, denn sie hatten einander. Nur jetzt, zu Weihnachten, wünschten beide, sie könnten es sich leisten, dem anderen ein Geschenk zu machen.

….

 

 

Eine Weihnachtsgeschichte

Kategorien: Geschichten

Ein Gespräch

Juni 29, 2008 · 1 Kommentar

 

Das Herz begann vorsichtig, fast ein wenig zaghaft, wie es sich das in den letzten Jahren angewöhnt hatte: „Ich habe das Gefühl, dass etwas Besonderes passiert.“

Und als niemand antwortete, nahm es seinen ganzen Mut zusammen: „Es fühlt sich an, als könnte er der Richtige sein.“

Der Verstand antwortete sogleich: „Ach, ist es wieder einmal soweit?“

„Mir war klar, dass du skeptisch sein würdest. Aber hör zu, diesmal ist es anders. Es fühlt sich so richtig an.“ Das Herz sprach voller Hoffnung und Freude.

Der Verstand fragte kritisch nach:„Von wem sprichst du überhaupt?“

Das Herz antwortete: „Du weißt genau, von wem ich spreche. Du hast doch auch schon über ihn nachgedacht.“

„Hm. Stimmt“, gab der Verstand zu und weil er sich ertappt fühlte, war er fast ein wenig kleinlaut. Das war sonst gar nicht seine Art.

 

Nun schaltete sich die Seele ein und fragte den Verstand: „Und, was denkst du?“

„Nun, es gibt ein paar Aspekte, die die Gesamtsituation nicht ganz einfach machen und die in der Zukunft zu Komplikationen führen könnten. Andererseits gibt es viele Faktoren, entscheidende Faktoren, die genau passend sind und daher enorm für die Angelegenheit im Gesamten sprechen. Weiterhin gilt es zu bedenken…“

Das Herz platzte in die gewohnt umfassenden Ausführungen des Verstandes: „Ja, und zu welchem Ergebnis kommst du?“

Der Verstand wurde nicht gern unterbrochen. Er antwortete wichtig: „Es ist noch viel zu früh, um zu einem endgültigen Ergebnis zu kommen. Sofern man in dieser Thematik überhaupt jemals zu einem endgültigen Ergebnis kommen kann!“ Der Verstand hätte seine Überlegungen und Abwägungen gerne im Detail ausgeführt, aber um zu vermeiden, dass das Herz ihm ein weiteres Mal ins Wort fiel, sagte er nur noch: „Ich denke, er könnte der Richtige sein.“

„Hab ich’s doch gewusst!“ frohlockte das Herz. An die Seele gewandt fragte es: „Du hast noch kaum etwas dazu gesagt. Was glaubst du?“

 

„Ich habe mich ebenso mit den Möglichkeiten befasst. Ihr wisst, dass ich mich nicht vorschnell auf etwas einlassen möchte. Und ihr wisst, wie wichtig mir euer Urteil ist. Es fällt einhellig für die Sache aus, das wiegt schwer. Und es steht im Einklang mit meinen Ergebnissen. Ich glaube, er könnte der Richtige sein.“

 

Herz und Verstand hatten aufmerksam zugehört, wie sie es immer taten, wenn die Seele sprach. Die Seele fuhr fort: „Ich glaube, wir sollten herausfinden, ob er tatsächlich der Richtige ist.“ Das Herz konnte seine Freude kaum mehr im Zaum halten: „Dann sollen wir uns also darauf einlassen?“

 

„Wenn das Herz fühlt, was der Verstand denkt und die Seele glaubt, dann gibt es kaum eine andere Wahl. Wir lassen uns darauf ein.“ Verstand und Herz antworteten zugleich: „Wir lassen uns darauf ein.“

 

Herz, Verstand und Seele waren sich also einig. Und als das Glück dies bemerkte, machte es sich wie gewohnt auf, sich zu ihnen zu gesellen.

Kategorien: Geschichten

Roh

April 18, 2008 · Kommentar schreiben

 

Vom Durst der beginnenden Schlacht getrieben

Waren meine Gedanken wild und brutal

 

Deine Worte verhallten im Grollen der Krieger

Und ich hörte nicht deine Warnung

 

Im blutigen Gewirr der Schwerter

Verbrannte mein Verstand

 

Im Kampf um Sieg und Überleben

Erlangten unsere Armeen den Triumph

 

Als der wütende Sturm sich endlich legte

Und der Jubel der Gewinner begann

 

Suchte und fand ich dich

Zerrissen und starr

 

Und ich begriff in einem erbarmungslosen Augenblick

Dass ich alles verloren hatte

Kategorien: Geschichten

Schwer

März 15, 2008 · 1 Kommentar

Kann euch nicht erreichen
Eure Welt liegt für mich im Nebel
Ich bin zu weit entfernt
Oder gefangen
in der einsamen Mitte  

Kann nicht mit euch lachen
Von eurer Freude wird mir schlecht
Ich fühle anders
Oder bin erstarrt
durch meine bittere Stärke  

Kann mich nicht begnügen
Mit dem Glück, das euch ruhig schlafen lässt
Ich brauche mehr
Oder das Vergessen
hat meine Leichtigkeit gestohlen

Kategorien: Geschichten

Grenzenloses Glück

Oktober 27, 2007 · Kommentar schreiben

Grenzenloses Glück gibt es im Augenblick. 

Die Sonne ist untergegangen nach einem heißen Sommertag.
Wir liegen auf dem Bett. Ich auf dem Bauch, dein Kopf auf meinem Rücken.
Du erzählst mir eine kleine Geschichte über einen Freund. Wir lachen.
Ich höre dich und fühle dich und brauche nicht mehr. 

Der Augenblick ist längst vergangen.
Das Glück hab ich mir mitgenommen.

 

Kategorien: Geschichten

Wiedersehen

Oktober 1, 2007 · 5 Kommentare

Seit ein paar Minuten steht sie schräg gegenüber von seinem Haus auf der anderen Straßenseite. Gleich wird er kommen. Sie sieht auf die Uhr, zwölf vor acht. Es ist schon dämmrig, der Sommer endgültig vorbei. Gut, dass es nicht mehr ganz hell ist, denkt sie. Die Tür öffnet sich und er kommt mit seiner gelben Sporttasche über der Schulter heraus. Langsam schließt sich die Haustür hinter ihm. Der Boden im Hausgang ist gefliest und das Treppengeländer aus Holz, die weiße Lackierung schon ein wenig abgegriffen. Daran kann sie sich erinnern. 

Er geht die paar Schritte durch den kleinen Vorgarten zur Straße. Auch sie setzt sich in Bewegung. Sie erreicht ihn, als er schon fast bei seinem Auto ist, das wie immer vor dem Haus geparkt ist. Hallo, sagt sie. Überrascht dreht er sich um. Er hatte nicht bemerkt, dass jemand auf ihn zugekommen ist. Er sieht sie an, erkennt sie jedoch nicht gleich. Als er wieder weiß, wer sie ist, wirkt er verunsichert. Einen Moment später setzt er ein Lächeln auf und sagt auch: Hallo. Sie sieht ihn nur an. Die Stille ist ihm unangenehm und er sagt: Lang nicht mehr gesehen, und: Wie geht’s? Sie antwortet nicht, sieht ihn nur weiter an. Er weicht ihrem Blick aus. Ich muss dann los, vielleicht sieht man sich ja mal wieder, sagt er. Er greift nach seinem Autoschlüssel in der Hosentasche. Währenddessen holt sie das Messer unter ihrem weiten Pulli hervor. Ein teures Küchenmesser mit glänzender Klinge, das sie von ihrer Tante geschenkt bekommen hat. Es ist fast unbenützt, sie kocht nur selten. 

Sie macht einen kleinen Schritt auf ihn zu und steht dann direkt vor ihm. Sie zögert nicht, als sie das Messer in ihn hinein stößt. Es durchdringt ohne merklichen Widerstand Kleidung und Haut und gleitet tief in seinen Bauch hinein. Seine Augen werden seltsam groß. Er öffnet den Mund, als wolle er etwas sagen, doch es kommt nur ein leises Stöhnen heraus. Sein warmes Blut läuft über ihre Hand, als sie das Messer aus ihm herauszieht. Sie dreht die Klinge um 90 Grad, bevor sie zum zweiten Mal zusticht. Sie hatte damit gerechnet, dass er sich wehren würde, dass er versuchen würde, sie von sich zu stoßen, doch seine Arme hängen einfach nur schlaff herunter. Sein Mund ist immer noch offen, aber es kommt kein Ton mehr heraus. Endlich suchen seine Augen die ihren. Ihr Blick bleibt fest. Sein Blick verliert den Fokus. Er beginnt leicht zu wanken. Er wird wohl nicht mehr lange stehen können. Sie zieht das Messer aus ihm heraus. Mit der anderen Hand berührt sie sanft seine Wange. Dann steckt sie das Messer zum letzten Mal in ihn hinein und flüstert ihm dabei ins Ohr: Alles in Ordnung, Baby, du willst es doch auch.

Kategorien: Geschichten

Kamron, der Wolf – Teil 8 (letzter Teil)

August 15, 2007 · 3 Kommentare

Hier kommt der letzte Teil von Kamrons Geschichte. Allen Lesern und allen Kommentatoren ein herzliches Dankeschön! Freut mich natürlich richtig, wenn euch die Geschichte gefallen hat. J 

Und hier auch noch mal die komplette Geschichte als PDF.

Kamron der Wolf

Larson brachte Kamron und Morana bis zu den beiden hohen Birken zurück, die das Tor zum Reich der Kobolde waren. Herzlich verabschiedete er sich von den beiden. Die Kobolde waren Kamron dankbar und verehrten ihn dafür, dass er ihre Königin würdig begleitet hatte. Sie hatten gespannt und berührt zugehört, als Kamron die letzten Wünsche der Königin vor ihnen allen wiederholt hatte. Zuerst war Kamron nervös gewesen, vor so vielen Zuhörern zu sprechen, doch dann fühlte sich glücklich, der Überbringer einer so bedeutenden Botschaft zu sein. 

Den Rückweg zu Moranas Höhle gingen die beiden schweigend. Nachdem sie sich ein wenig ausgeruht hatten, sprach Morana: „Ich bin sehr stolz auf dich, dass du der Königin beigestanden hast. Du hast mich bei dieser Aufgabe würdig vertreten, so dass ich dem armen Kirgil helfen konnte.“

Moranas Lob bedeutete Kamron sehr viel. „Sie ist ohne Angst gegangen, fast freudig. So habe ich den Tod noch nicht erlebt.“

„Der Tod hat der Königin sein mildes Gesicht gezeigt. Das ist nicht immer so.“

„Meine Eltern…sie konnten sich nicht auf das Sterben vorbereiten. Sie hatten keine Warnung, keine Zeit.“

„Im Moment des Todes hat Zeit eine andere Bedeutung. Ich glaube fest daran, dass jedes Wesen in seinem letzten Moment Gelegenheit hat, loszulassen und bereit zu sein. Ich bin sicher, auch deine Eltern hatten diese Gelegenheit, auch wenn das schwer zu glauben ist.“

Kamron schwieg. Morana fuhr fort. „Oft ist das Loslassen schwerer für die, die weiterleben. Den Verlust eines geliebten Wesens zu akzeptieren, ist schwieriger als das eigene Ende hinzunehmen. Behalte deine Eltern in lebendiger Erinnerung, lass deine Liebe für sie eine Quelle von Kraft und Hoffnung sein, aber akzeptiere, dass sie gegangen sind. Sie werden nicht wiederkommen. Lass sie in Frieden ruhen und du, lebe in Frieden.“

„Hast du auch schon einmal jemanden verloren, den du geliebt hast?“

„Ja. Ich habe nicht immer so gelebt wie jetzt. Ich weiß, wie zerreißend der Schmerz sein kann, wie verzweifelt, wie verloren man sich fühlen kann. Die beste Heilung ist, das Leben zu umarmen. Den Schmerz zu spüren, aber auch die unerschöpfliche Energie des Lebens.“ 

Kamron erinnerte sich an die Blicke seiner Eltern, bevor er sich umgedreht hatte und mit den anderen weggerannt war. Sie hatten gewollt, dass er wegrannte. Sie hatten gewollt, dass er weiterlebte. Sie hatten ihr eigenes Ende akzeptiert. Sie gingen nicht im Zorn auf die, die weiterlebten. Und wenn das so war, dann trug er auch keine Schuld. Seine Eltern waren in der Hoffnung gestorben, dass er ein glückliches und reiches Leben führen und sie immer im Herzen tragen würde.  

Als Kamron am nächsten Morgen aufwachte, war es schon spät. Schlaftrunken sah er sich um, Morana war nicht da. Er trat vor die Höhle. Die Luft war mild und die Sonnenstrahlen, die durch die Blätter drangen, ließen das Grün des Waldes leuchten. Kamron atmete tief und schloss die Augen. Die Erinnerung an den vorigen Tag kam zu ihm. Es war so viel geschehen. Erst der dichte Nebel auf dem Weg zu den Kobolden. Er hatte tatsächlich keine Angst gehabt, doch es war ihm unglaublich schwer gefallen, sich blind auf Morana zu verlassen. In seinen einsamen Jahren hatte er sich so sehr daran gewöhnt, nur auf sich selbst zu vertrauen. Zuerst hatte er sich unsicher gefühlt, doch in dem Moment, in dem er sich hatte fallen lassen, hatte er sich geborgen gefühlt wie schon lange nicht mehr. Morana hatte ihm alle Sicherheit gegeben, die er brauchte.

Dann die Begegnung mit der Königin der Kobolde. Er konnte sich nicht erinnern, jemals ein Wesen mit solcher Gelassenheit und leichtem Herzen getroffen zu haben. Er empfand großen Stolz und Ehre, dass er sie auf ihrem Weg in den Tod hatte begleiten dürfen. Letztendlich hatte er dadurch verstehen können, dass er keine Schuld am Tod seiner Eltern trug, dass sie ihn nicht verantwortlich gemacht hatten, dass sie gewollt hatten, dass er weiterlebt und ihr Andenken in Freude lebendig hält.

Kamron ging in den Wald hinein. Vielleicht war Morana Kräuter sammeln gegangen und hatte ihn nicht wecken wollen. Er ging zu der Stelle, an der sie zuvor gemeinsam gewesen waren, doch er konnte sie nicht finden. Die Lichtung mit dem magischen See war gleich hier in der Nähe. Ohne nachzudenken ging Kamron dorthin. Lange stand er am Rand des Sees ohne auf das Wasser zu sehen. Als er dann auf die Oberfläche blickte, sah er im stillen Wasser sein Spiegelbild. Äußerlich war er unverändert. Er konzentrierte sich und diesmal musste er nicht lange warten, bis sein inneres Bild zum Vorschein kam. Das kleine Boot tauchte auf, wie in der Vision zuvor. Die Löwin, das Reh und der Adler saßen gemeinsam im Boot und sahen einander an. Das Meer war immer noch unruhig, doch der Sturm hatte begonnen, sich zu legen. Das Bild verschwand.

Kamron drehte sich um und Morana stand bei ihm. „Nun, Kamron, war das, was du gesehen hast, gut?“ Kamron spürte, dass sein Herz leicht und frei war. „Ja, Morana, was ich gesehen habe war gut.“  

Kategorien: Geschichten

Kamron, der Wolf – Teil 7

August 11, 2007 · 1 Kommentar

Mit einem Schlag war der Nebel verschwunden. Um sie herum war lichter Wald, die Sonne schien und die Vögel sangen. Plötzlich sprang ein Männlein von der Seite direkt vor ihre Füße. Es war ein Kobold.

„Morana, gut, dass Ihr gekommen seid. Schnell, der Königin geht es nicht gut.“ Als er Kamron bemerkte, verengten sich seine Augen zu Schlitzen. „Wer ist das?“

„Verehrter Larson, das ist ein Freund von mir. Sein Name ist Kamron.“

Larson musterte Kamron eingehend. Dann hellte sich sein Blick auf.

„Ein Freund von Morana der Zauberin ist auch unser Freund. Sei willkommen im Reich der Kobolde, Kamron.“

Kamron neigte den Kopf zum Gruß.

„Kommt jetzt!“ Larson lief voraus, Morana und Kamron folgten ihm. Nach kurzer Zeit kamen sie zur Siedlung der Kobolde. Dort gab es keine Häuser oder Hütten, die Kobolde wohnten ganz unterschiedlich; in den Bäumen, in Erdlöchern oder auch unter Büschen. Der Palast der Königin und ihrer Familie war in einer Höhle in der Mitte der Siedlung. Larson führte Morana und Kamron zum Eingang, dann verließ er sie. 

Als Morana und Kamron die Höhle betraten, brauchten ihre Augen einen Moment, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Von draußen drang kaum Licht herein. Nur ein paar Kerzen auf Ständern, die Morana bis zum Knie reichten, die für die Kobolde aber mannshoch waren, war beleuchteten die Halle. In der Mitte der Eingangshalle hatten die Kobolde das Krankenlager ihrer Königin errichtet. Die Königin schien zu schlafen, doch dann bemerkte sie, dass jemand im Raum war und öffnete die Augen. Sie lächelte, als sie Morana erkannte. Mit großer Mühe setzte sie sich in ihrer Bettstatt auf.

„Seid gegrüßt, große Zauberin, und habt Dank für Euer Kommen. Ihr bringt einen Begleiter?“

„Königin der Kobolde, es ist mir eine Ehre, Euch zu sehen. Ich bringe einen Freund. Sein Name ist Kamron.“

Die Königin nickte Kamron zu. „Seid auch Ihr gegrüßt und willkommen, Kamron. Kommt bitte näher, denn ich bin schwach, aber ich habe Euch Wichtiges zu sagen.“ Außer den Dreien war niemand in der Höhle. „Meine Zeit ist gekommen, ich kann es spüren. Ich habe Euch nicht rufen lassen, um mich zu heilen, sondern um meinen Weg zu erleichtern. Ich gehe ohne Sorge. Mein Sohn ist jung und ungestüm, doch er wird meinem Volk ein guter Anführer sein. Mein eigenes Leben war lang und reich. Ich bin bereit. Ich möchte, dass ihr mir helft, meinen Geist auf seinen Weg vorzubereiten. Ihr kennt die Geheimnisse, Morana.“

Morana nickte. „Ich verstehe und will Euren Wunsch erfüllen. Ich habe alles hier, was benötigt wird. Kamron, bei der Vorbereitung der Riten darf kein Dritter anwesend sein. Ich werde dich gemeinsam mit den anderen rufen, wenn die Zeit gekommen ist.“ 

Kamron verließ auf Moranas Geheiß die Höhle. Draußen herrschte buntes Treiben. Die Kobolde liefen geschäftig und sich angeregt miteinander unterhaltend umher. Einige trugen Körbe, deren Inhalt sie laut rufend zum Kauf anpriesen. Es schien eine Art Markt stattzufinden. Plötzlich wurden die Stimmen noch lauter und aufgeregter. Es dauerte einen Moment, bis Kamron begriff, dass nun tatsächlich etwas Außergewöhnliches passierte, das die Kobolde offensichtlich beunruhigte.

„Kirgil ist schwer verletzt, er braucht sofort Hilfe!“ hörte Kamron aus dem Stimmengewirr heraus.

„Ich weiß nicht wie das Holz sich lösen konnten, ich hatte es doch fest vertaut.“ Ein Kobold mit einem buschigen weißen Bart war tief bestürzt.

Ein Stück entfernt scharte sich eine Gruppe. Kamron lief dorthin, und sah, dass ein Kobold fast vollständig unter etwa einem Dutzend Ästen, die für die Kobolde wie Baumstämme waren, begraben lag. Einige waren schon auf die Äste geklettert und versuchten, ihren Freund zu befreien. Zu zweit oder zu dritt konnten sie die Äste zur Seite werfen, doch es war eine mühevolle Aufgabe.

Larson war einer von den Helfern. Als er Kamron sah, rief er ihm zu: „Bitte holt schnell die Zauberin Morana, sie muss helfen!“

Kamron lief zur Höhle der Königin zurück. Vor dem Eingang angekommen zögerte er. Morana bereitete die Königin auf ihre letzte Reise vor. Konnte er sie dabei stören? Doch der verletzte Kobold brauchte ebenso Moranas Hilfe. Vorsichtig trat er ein. Die Königin lag da mit geschlossenen Augen, Morana stand am Fußende ihres Bettes und entzündete gerade stark duftende Kräuter in einer kleinen Tonschale.

„Morana, du musst schnell kommen. Es hat einen Unfall gegeben und einer der Kobolde ist schwer verletzt.“

Morana zögerte, doch die Königin öffnete die Augen. „Bitte geh zu Hilfe, wenn einer meiner Untertanen in Not ist.“

Morana warf einen besorgten Blick auf die Königin, dann stellte sie die Schale ab.

„Ich bin so schnell wie möglich zurück. Mein Freund Kamron wird solange bei Euch wachen.“ Zu Kamron sagte sie leise, bevor sie an ihm vorbei aus der Höhle ging: „Leiste ihr einfach Gesellschaft. Es wird nicht mehr lange dauern. Es ist gut, wenn jetzt jemand bei ihr ist.“

Bevor Kamron antworten konnte, war Morana schon verschwunden. Unsicher blieb er in der Nähe des Eingangs stehen. Er wusste nicht, was er tun oder sagen sollte.

„Komm doch näher, mein Freund.“

Die Koboldin klang schwach. Schüchtern trat Kamron an ihr Bett heran. Der Geruch der Kräuter, die Morana entzündet hatte, machte ihn benommen. „Sag, edler Wolf, was ist geschehen, dass Morana gerufen wurde?“

„Schwere Äste haben sich gelöst und einen Kobold unter sich begraben. Die anderen haben gleich begonnen, ihn zu befreien, aber ich glaube, er ist schwer verletzt.“

Der Blick der Koboldin wurde besorgt, dann zuversichtlich.

„Morana wird bestimmt helfen können. Begleite du mich auf meinem letzten Weg. Morana wird nicht rechtzeitig zurückkommen, ich spüre, dass es bald vorbei ist.“

Kamron erschrak. Er sollte der Königin der Kobolde auf ihrem Weg in den Tod beistehen? Nein, das konnte er nicht. Die Koboldin spürte seine Angst. Sie lächelte.

„Mir scheint, du fürchtest den Tod mehr als ich. Nun, du bist jung und sicher nicht bereit. Doch ich gehe mit leichtem Herzen.“

Zum zweiten Mal an diesem Tag stieg das Bild seiner Eltern vor Kamron auf. Sie waren gefangen und erkannten, dass das Leben jetzt zu Ende gehen würde. Waren sie bereit gewesen zu gehen? Hatten sie Zeit gehabt, das Leben, das sie gelebt hatten, wert zu schätzen und loszulassen? Hatten sie in Frieden gehen können, auch wenn der Tod plötzlich und gewaltsam gekommen war?

„Königin, erlaubt mir eine Frage. Was glaubt Ihr, erwartet Euch auf der anderen Seite?“

Die Koboldin antwortete sehr leise, das Sprechen strengte sie an.

„Ich weiß es nicht. Niemand kann das wissen. Doch darauf kommt es nicht an. Auch in diesem Leben wissen wir nicht, was der neue Tag bringt. Aber leben wir lieber in Furcht vor dem Ungewissen oder in freudiger Erwartung auf das, was uns begegnen wird? Wenn man an der Schwelle des Todes steht, ist es genau das gleiche. Warum sollten wir uns fürchten, wenn wir doch nicht wissen, was geschehen wird?“

Kamron dachte einen Moment lang nach. Er konnte nicht erklären warum, doch sein Herz wurde leicht wie seit langem nicht.

„Ich bewundere Euren Mut und Eure Weisheit, Königin der Kobolde.“

„Hab Dank. Aber glaube nicht, dass nicht auch ich dunkle Zeiten erlebt habe und von Zweifel und Kummer geplagt war. Das liegt in der Natur der meisten Wesen. Morana war in diesen Zeiten immer eine gute Freundin, die mir zur Seite stand. Du kannst dich glücklich schätzen, sie zu begleiten.“

„Das tue ich.“

„Kamron, es ist nun Zeit, ich kann es spüren.“ Die Koboldin bot ihre letzte Kraft auf. „Sage Morana meinen tiefsten Dank für ihre Freundschaft und Hilfe in all den Jahren. Bis zuletzt hat sie mir beigestanden. Und richte auch ein Wort an mein Volk: meinen Tod sollen sie als Verlust würdigen, doch sie sollen in Freude und mit Kraft ihr Leben fortführen. Mein Sohn wird ihnen ein guter König sein, er wird für sie sorgen wie zuvor ich. Und auch dir möchte ich danken, du bist ein würdiger Begleiter, ich bin glücklich, dich jetzt bei mir zu haben.“ Ein Lächeln legte sich auf ihr Gesicht. „Nur ein Herz, das alles gibt, kann frei sein.“ Dann schloss sie die Augen und schlug sie nicht mehr auf. Kamron wartete einen Moment. Als er sicher war, dass sie friedlich gestorben war, verneigte er sich tief und entfernte sich langsam von ihrer Bettstatt, ohne sich abzuwenden. 

Vor der Höhle blickte Kamron wieder auf das wilde Durcheinander der Kobolde. In einiger Entfernung entdeckte er Morana. Sie sprach mit dem verletzten Kirgil. Er saß auf einem Stein, dicke Verbände um einen Arm und beide Beine, doch davon abgesehen schien er munter zu sein. Um die beiden herum standen mindestens ein Dutzend weiterer Kobolde, die sich offensichtlich freuten, dass das Unglück noch einmal gut ausgegangen war. Als hätte sie seine Anwesenheit gespürt, drehte Morana sich um und sah Kamron vor der Höhle der Königin stehen. Sie verstand, was dies zu bedeuten hatte und kam herüber. 

„Du hast sie sicher gut begleitet. Sie ist in Frieden gegangen“, sagte Morana.

Kamron war traurig über den Tod der Königin, doch gleichzeitig war sein Herz leicht und er fühlte sich frei.

„Sie dankt dir für deine Freundschaft und deine Hilfe. Von ihrem Volk wünscht sie sich, dass es würdig um sie trauert, aber genauso, dass es mit Freude weiterlebt. Ihren Sohn hat sie als Nachfolger bestimmt. Und sie hat auch mir gedankt, dafür, dass ich ihr beigestanden habe. Ich fühle mich geehrt.“

Morana lächelte. „Du warst ebenso würdig wie ich, sie hinüber zu geleiten. Ich werde ihren Sohn holen, es ist Zeit, das Volk darüber zu informieren, dass seine Königin gestorben ist, damit es seinen König begrüßen kann.“

Kategorien: Geschichten

Kamron, der Wolf – Teil 6

Juli 26, 2007 · Kommentar schreiben

Morana weckte Kamron früh am nächsten Morgen: „Komm, steh auf. Heute wartet eine besondere Aufgabe auf uns.“

Der Wald erwachte gerade, als sie die Höhle verließen. Die Sonne war noch nicht aufgegangen, aber es dämmerte bereits und die ersten Vögel hatten begonnen zu singen. Kühler Morgendunst schwebte über dem Waldboden. Kamron war noch halb in Schlaf, doch die klare Luft und Moranas eiliger Schritt ließen ihn schnell wach werden.

Morana erklärte: „Ein Botschafter der Waldkobolde ist zu mir gekommen. Er hat mich um Hilfe gebeten, ihre Königin ist krank. Wir werden sehen, was wir für sie tun können.“

„Wir? Du kannst ihr sicher helfen, doch was kann ich tun für eine Koboldfrau?“

„Nun, vielleicht kannst mir helfen oder etwas lernen. Das weiß man vorher nie genau.“

Kamron konnte sich nicht vorstellen, wie er einer Koboldin, Königin oder nicht, hätte helfen können und auch nicht, was er von den Kobolden hätte lernen können.

„Bist du schon einmal Kobolden begegnet?“ fragte Morana.

„Nein“, antwortete Kamron, „ich habe nur die Geschichten über sie gehört, die in meinem Rudel erzählt worden sind, als ich noch ein Kind war.“ 

„Was für Geschichten waren das?“

„Die Kobolde haben eine menschenähnliche Gestalt, doch sie sind viel, viel kleiner. Sie sind unfreundlich und mürrisch. Meine Eltern haben mich gelehrt, ihnen aus dem Weg zu gehen, sollte ich ihnen jemals begegnen, denn sie sind zänkisch und können ohne Grund angreifen. Sie haben Waffen, Pfeile und kleine Speere. Sie können einen Wolf damit nicht ernsthaft verletzen, aber es kann sehr unangenehm werden.“

Morana lachte. „Was du gehört hast, ist nicht falsch. Die Kobolde sind nicht besonders offen und freundlich gegenüber Fremden. Und sie geraten auch leicht in Zorn und streiten oft. Doch sie können auch hilfreich sein, wenn sie Vertrauen zu dir gefasst haben. Die Kobolde überbringen oft Botschaften oder kleine Sendungen für mich, denn sie sind schnell und geschickt. Und so sehr sie sich streiten, so sehr sorgen sie auch füreinander. Ihre Gemeinschaft ist das Wichtigste für sie. Dass sie mich um Hilfe bitten, ist ein Zeichen großen Vertrauens.“

„Werden sie auch mir vertrauen?“

„Ja, das werden sie.“ 

Vor zwei schlanken Birken blieb Morana unvermittelt stehen.

„Hier ist der Eingang zum Reich der Kobolde. Wer es nicht kennt, findet sich nicht zurecht darin. Bleib immer nah bei mir, sonst verläufst du dich“, sagte Morana warnend zu Kamron, dann wandte sie sich wieder den Birken zu. Sie breitete die Arme aus, senkte den Kopf und sprach laut: „Wächter zum Reich der Kobolde, zwei Gäste bitten um Einlass. Wir kommen um zu helfen.“

Kamron fragte sich, zu wem Morana gesprochen hatte, denn es war niemand zu sehen. Plötzlich änderte sich das Licht, die morgendlichen Sonnenstrahlen waren verschwunden, dichter Nebel umhüllte die beiden. Kamron hatte Mühe, Morana durch den Nebel zu sehen, obwohl sie direkt neben ihm stand.

„Komm, man hat uns Einlass gewährt.“ Morana machte einen Schritt nach vorne, zwischen den beiden Birken hindurch.Kamron folgte und blieb dicht hinter ihr, während sie weiter ging.

„Der Nebel schützt die Kobolde vor Eindringlingen. Er wird noch dichter werden. In ein paar Augenblicken wirst du gar nichts mehr sehen können, nur noch weißes Zwielicht. Du wirst selbst mich nicht mehr sehen könne, auch wenn du ganz nah bei mir bist. Wir werden durch unsere Stimmen in Kontakt bleiben. Achte darauf, immer bei mir zu bleiben, damit du dich nicht verlierst.“

In Moranas Stimme klang etwas mit, das Kamron schaudern ließ. Er mochte den Gedanken nicht, blind durch den Nebel zu gehen. Dabei scheute er nicht die Gefahr, denn seit er sein Rudel verlassen hatte, war er häufig in bedrohlichen Situationen gewesen. Manchmal konnte er mit Stärke, manchmal mit Geschick die Gefahr abwenden, doch stets aus eigener Kraft. Kamron war es nicht gewohnt, sich vollkommen auf andere zu verlassen.

„Kamron, bist du da?“ Moranas Stimme klang dumpf im Nebel. Kamron konnte nicht abschätzen, wie weit entfernt sie war. Morana hatte Recht gehabt, er konnte nur noch das Weiß des Nebels sehen, seine Augen nützten ihm nicht mehr.

„Ich bin hier.“

„Gut. Ich werde dir über die Kobolde erzählen, damit du immer meine Stimme hörst und ihr folgen kannst. Antworte mir häufig, damit ich weiß, dass du noch bei mir bist.“

„Ja, ich höre dich nahe bei mir.“

„Die Kobolde haben diesen Nebel vor langer Zeit heraufbeschworen, um Eindringlinge fernzuhalten. Sie mögen keine Fremden. Sie bleiben am liebsten unter sich. Wenn du die Kobolde in ihrem Reich besuchen willst, musst du an der Pforte um Einlass bitten, so wie wir es gerade getan haben. Selbst wenn sich jemand unerwünscht Zutritt verschafft, wird er es nicht schaffen, bis zu den Kobolden vorzudringen. Dies ist kein gewöhnlicher Nebel. Du kannst nicht einfach hindurch gehen und ihn damit überwinden. Jeder, der den Weg nicht kennt, wird sich darin verlieren. Wenn er Glück hat, wird ihm ein Kobold helfen, den Weg zurück in unsere Welt zu finden. Doch wenn er mit böser Absicht gekommen ist, werden ihn die Kobolde seinem Schicksal überlassen und er wird immer weiter im Nebel umher irren. Doch fürchte dich nicht, Kamron, ich kenne den Weg und die Kobolde vertrauen mir.“

„Ich fürchte mich nicht“, antwortete Kamron. Dennoch fand er den Gedanken schrecklich, dass Verlorene in diesem Nebel irrten und den Weg zurück nicht finden konnten. Er konnte sich kaum vorstellen, dass man es nicht aus eigener Kraft schaffen könnte, aus dem Nebel heraus zu finden, doch er zweifelte Moranas Worte nicht an.

„Du bist mutig, ich weiß. Doch Mut hilft hier nicht. Hier brauchst du Vertrauen. Vertrau dich mir an.“

Und obwohl es Kamron schwer fiel, gab er die Kontrolle auf und überließ Morana die Führung. Einen Moment lang herrschte Schweigen.

„Was fehlt der Koboldin? Wirst du ihr helfen können?“ fragte Kamron dann in den Nebel hinein.

„Ich weiß es nicht“, erwiderte Morana. „Der Bote hat gesagt, dass sie sehr schwach ist und nicht aufstehen kann. Ich habe verschiedene Kräuter und Salben mitgebracht. Wir werden sehen, ob wir ihr helfen können. Wenn ihre Zeit gekommen ist, kann ich nichts mehr für sie tun außer ihre Schmerzen zu lindern.“

Im Nebel tauchte vor Kamron das Bild seiner Eltern auf, gefangen in den Fallen des Wilderers. Er spürte die Hilflosigkeit und das Entsetzen als wäre es gestern gewesen. Er hatte nichts für sie tun können. Er hatte noch nicht einmal ihre Schmerzen lindern können.

„Du weißt, dass es nicht deine Schuld war, dass deine Eltern gestorben sind, nicht wahr, Kamron?“

Kamron erschrak. Er hatte nichts gesagt, nur daran gedacht. Und er hatte mit Morana noch nie über seine Familie gesprochen.

„Woher weißt du vom Tod meiner Eltern? Kannst du Gedanken lesen?“

„Nein, ich kann nur mehr erspüren als andere. Und manche Gefühle sind so stark, dass sie sogar durch den Nebel dringen.“

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